Für immer mehr Behördengänge benötigt man inzwischen einen Computer mit Internetzugang oder ein halbwegs aktuelles Smartphone, um einen Termin vereinbaren zu können und teils die ersten Daten hinterlegen zu können. Oder es braucht das Smartphone um bestimmte Dienste überhaupt erst nutzen zu können, bpsw. die BahnCard der Deutschen Bahn oder vierlerorts das DeutschlandTicket.
Das Problem dabei ist, dass es Menschen gibt (und das sind nicht gerade wenige), die entweder kein Smartphone oder Computer haben um diese Dienste digital in Anspruch nehmen zu können. Oder diejenigen die diese Dienste einfach nicht digital abwickeln möchten, weil sie Bedenken der Sicherheit und des Umgangs mit ihren Daten haben. Beides hat seine Daseinsberechtigung und sollte nicht zu einem Ausschluss zur Nutzung führen. Denn häufig bedeutet dieser Ausschluss auch ein sozialer Ausschluss aus gesellschaftlicher Teilhabe. Denn immer weniger hat man die Möglichkeit, auf analogem Wege zum selben Ziel zu kommen. Ältere Menschen werden dabei häufig ausgeschlossen, da diese sich entweder nicht ausreichend genug auskennen um die nötigen Dienste händeln zu können oder haben erst gar keine solcher Geräte. Allein das darf nicht sein. Genauso wenig dass man genötigt wird bestimmte Apps zu nutzen um an einer Veranstaltung teilnehmen zu können, an der man vielleicht Bedenken zur Sicherheit und dem Datenschutz hat.
Das Problem, das bei diesem Digitalzwang auch besteht ist, dass man dabei Plattformen zustimmen muss, die im Besten Falle in der Umsetzung gut gemeint sind, aber aus verschiedenen Gründen schlichtweg schlecht gemacht sind. Sei es, dass sie einfach zu kompliziert und unverständlich aufgebaut sind, nicht stabil laufen oder einfach nicht adäquat und sicher mit persönlichen Daten umgehen und mich gezielt tracken und verfolgen, was ich auf der betreffenden Seite und darüber hinaus im Netz alles mache. Es braucht daher klare, alternative Wege diese Dienste nutzen zu können, sei es digital wie auch analog. Dabei sollte es vor allem auf digitalem Wege selbstverständlich sein, dass diese nach dem Prinzip Privacy-by-Design entwickelt werden – die Privatsphäre der Nutzer und der Datenschutz von Anfang an mitgedacht werden und nicht nur ein Anhängsel sind, die man halt von Gesetzes-wegen nebenher mit implementiert.
Alternative Möglichkeiten sollte es immer geben – allein schon für den Fall der Fälle dass die IT mal streitk oder wegen sonstiger Ausfälle mal nicht funktioniert (bspw. auch wegen potentieller Hacker-Angriffe). Aber auch um alle in der Gesellschaft teilhaben zu lassen an Kultur aber auch für jegliche Behördengänge, dürfen Verwaltungen nicht einfach auf alleinige Digitalisierug setzen, davon ausgehend jeder würde auch digital alles mitgehen (können).